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Bis 1815 war es Sitte, die Heirat von Witwen mit der "battarella" zu begehen, d.h. ein Ständchen unter dem Fenster der frisch vermählten Eheleute. Der "filò", d.h. eine traditionelle Abendwache, welche in den Ställen im Winter stattfand, war eine bevorzugte Übertragungsstelle der Volkskultur und -weisheit, in deren Rahmen Lebenserfahrungen, Legenden und Märchen, Lieder und Kinderreime erzählt wurden. Man erzählte von Hexenflügen in Richtung der Gipfel, von deren Zusammentreffen auf dem Teufelsplatz (Piaza del Diaol), und von den Missetaten, welche von ihrer schädlichen Macht verursacht wurden. n.
In vielen Fabeln spielte der Mazarol den Hauptdarsteller, ein seltsamer und frecher Waldmann, in rot angezogen, welcher das Geheimnis der Molkereikunst kannte, und dem die Fähigkeit zugeschrieben wurde, den Orientierungssinn verlieren zu lassen, sowie untentwirrbare Verstrickungen an Schweige und Mähne des Stallviehs zu verursachen.

Unter den fantastischen Wesen der Traditionen befindet sich auch der mythische "Basilisk" oder badalìs: ein schimärisches Wesen halb Schlange und halb Vogel mit einem hypnotischen Blick. Es fehlen zudem nicht die Fabel über den Orkus, über diverse Geister, über die tückischen alten Frauen Redosega und Marantega, über den Kobold Sanguanel, über die Anguane und die Caza Selvarega, d.h. eine Gruppe von "höllischen Jägern", die, begleitet von Wildkundschaftern, des Nachts mit viel Lärm Wälder und Täler durchliefe

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