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Die Volkskultur des Feltrino Gebiets weist die typischen und wiederkehrenden Elemente des am Fuße einer Bergkette liegenden Bergstreifens auf. Einst, als die wirtschaftlichen Mittel gering waren, vertraute die Landbevölkerung einigen empirischen Pflegemethoden, die sich auf die Heilkraft der Pflanzen, auf leicht erhältliche Zutaten und auf halb magische und halb rituelle Methoden stützten. Zum Beispiel benutzte man Kataplasmen aus Leinsamen (pape de lin) gegen Bronchialleiden, Holundersirup (miel de sanbuc) als Hustenmittel und Kürbiskerne (ziés de zucòt) als Wurmkur.

Uberdies wurde großes Vertrauen in die Wunderkraft der Heiligen gesetzt. Man wandte sich an die Heilige Susanna (Berg Avena) gegen Keuchhusten, an den Heiligen Marcello (Umin) gegen Ohrenschmerzen, an den Heiligen Biagio (Pren und Menin) gegen Halsschmerzen und an die Heilige Libera (Cart) als "Geburtshelferin".
Die feste Beziehung mit dem Boden zeigte sich in einer Reihe von rituellen Handlungen, welche mit dem Jahreszeitenwechsel in Zusammenhang standen. Unter diesen befand sich die sogenannte "bàter màrz" Handlung, bei welcher eine Gruppe von Jungendlichen die Aufgabe hatte, mit viel Lärm die Natur zu erwecken. "Brusa la vecia" (die Verbrennung der alten Dame) ist ein sehr verbreitetes Frühlingsritual. Auch die Hauptetappen des Lebens wie Geburt, Heirat und Tod waren durch spezifische Rituale gekennzeichnet.

 

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