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mindestens drei Jahrhunderten ist das Maismehl die Grundlage der
Ernährung im ganzen Veneto. Die Polenta als Nahrungssymbol der Venezianer
findet im Feltrino Gebiet und seiner Umgebung ihre ländlichste und
deswegen echteste Version. Nicht nur früher sondern bis in die neuere
Zeit war die Polenta das tägliche Gericht und ersetzte das Brot.
Sie wird scheibenweise mit einer Schnur auf das Küchenbrett geschnitten,
ohne Teller oder Besteck aber direkt mit den Händen gegessen. Ähnlich
wie Brot verzehrt man sie alleine oder mit wenig Belag, warm, noch
dampfend oder kalt, oder nach kurzer Lagerzeit geröstet.

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17. Jh. ersetzte die Polenta aus "sorc" (der Beiname des Mais "sorc"
stammt aus seiner Ähnlichkeit mit der Hirse) die alten grauen Mehle.
Auf ihrer Grundlage konnte die ganze Bergbevölkerung ernährt werden.
Später aber, wegen der Hungersnot, wurde sie die einzige und auch
kärgliche Speise, die das Pellagra verursachte.
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Heilkunde fand heraus, dass die Polenta zusammen mit Käse eine komplette
Ernährung darstellt. Sie kann daher auf verschiedene Weise gegessen
werden : mit der Schnur (und nur
mit der Schnur!) in zwei fingerbreite Scheiben geschnitten, mit
Schiz Käse oder gebratenem Käse sofort
vom warmen Teller, oder mit mit Essig angemachtem Schwartenmagen
oder mit geräuchertem und gegrilltem Schafsfleisch und mit geschmortem
Huhn, Henne, Kaninchen oder Kalb mit viel
Soße (tocio), mit geschmortem Rind- und Eselsfleisch, mit
geschmortem fongadina" (Fleisch und
Pilze), Schnecken, gemischten Pilzen, mit dem Zicklein zur Osterfeier,
mit scharfem Wildragout, Fleisch vom Spieß, mit den "verbotenen
Vögeln" "dal becco gentile", und dem auch verbotenem gebratenen
marsoni (Fisch), mit geschmorter Forelle und dem nach Hausmacherart
bereiteten Stockfisch, oder einfach auch nur mit gut gelagertem
und duftendem Almhüttenkäse..

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